- Stephen Tharp in derAuferstehungskirche, Düsseldorf-Oberkassel (in German)

Von Clemens Schäfer

Hallo Forum,

for unto him a child was born, a son was given. Therefore he had less time studying Jean Guillous Sinfonietta op. 4. Replacing this piece, Stephen Tharp played Hakim, The Embrace of Fire (1986). Sorry, but Tharp said: I comprehend German, but you will not comprehend my German!
In gut verständlichem Englisch pries er die besonderen Eigenschaften der Sauer-Orgel der Auferstehungskirche und gab Erläuterungen zu den Werken. Wenn doch alle deutschsprachigen Spieler diese gute Diktion und diesen gekonnten Umgang mit dem Mikrophon aufweisen könnten!

Wir sind im dritten Konzert des 9. Oberkasseler Orgelfrühlings: Stephen Tharp. Der begann mit Bedrich Antonin Wiedermann (1883-1951). Dessen Impetuoso von 1933 hatte marschartige Rahmenteile um einen lyrischen Zwischenteil. Sehr schön war das folgende Notturno, das mit dunklen, hohlen Kellertönen begann und sich im Mittelteil vorsichtig erhellte. Die Klangraffinesse war bemerkenswert. Ein sehr wirkungsvolles Stück - ein wenig an Karg-Elert erinnernd.

An zweiter Stelle Rolande Falcinelli. Mathnavi Op. 50. Heftige, rhythmisch scharf akzentuierte, deutlich von Stravinski inspirierte Akkordschläge wechselten mit Teilen verschiedenen Charakters ab.
Sehr lyrisch kam danach das Präludium f-moll Op. 7 Nr.2 von Dupré. Tharp spielte die Oberstimme im Piano, die Hauptlinie im Mezzoforte mit flötigen, gläsernen Stimmen. Sehr beeindruckend. Deutlich und durchaus streng die zugehörige Fuge. Ganz ähnlich registriert übrigens Janette Fishell bei Naxos.

Nun folgte der erwähnte Hakim. Die Umarmung des Feuers als Tryptichon für Orgel. Das Stück müßte man noch ein paar Mal hören. Es entstammt einer Periode, als Hakim noch in interessanter Modernität schrieb. Der zweite Abschnitt gipfelt in einer grandiosen Steigerung, der letzte ist ruhiger Natur.

Den Abschluß bildete die Guillou-Bearbeitung von Liszts Prometheus. Was hier an Klängen ausgebreitet wurde, war schon aberwitzig. Höchst ausgefeilt und natürlich mit stupender Technik wurde das zerklüftete Stück ausgebreitet. Großer, anhaltender Beifall der [....] Zuhörer. Die Zugabe hatte wohl auch mit Feuer zu tun: Ich tippe auf Händel, Feuerwerksmusik.

Obwohl das Programm nun wirklich nicht die üblichen Hörgewohnheiten bediente, war eine stattliche Zahl von Hörern gekommen und ließ sich vom inspirierten Spiel Stephen Tharps gefangennehmen. Sehr erfreulich!